Donnerstag, 15. September 2011

Vorschau: Napoleon […] Düsseldorf

Napoleon […] Düsseldorf
08.10.2011 – 08.01.2012
Als der französische Kaiser Napoleon Bonaparte im November 1811 Düsseldorf besuchte, damals die Hauptstadt des Großherzogtums Berg, wurde die Stadt drei Tage lang die Schaltzentrale des französischen Reiches. Anlässlich des 200. Jahrestages seiner Visite zeigt das Stadtmuseum, welche Wirkungen seine Politik auf die Menschen hatte. Am Beispiel Düsseldorfs wird deutlich gemacht, dass sein Erbe vornehmlich in Toten und einer ausgeplünderten Bevölkerung besteht; daneben verblassen zivile Neuerungen wie das Gesetzbuch oder die Stadtverschönerung.


Napoleon Karikatur.

Auf eindrucksvolle Weise veranschaulichen die Gemälde, Druckgrafiken und Skulpturen die von dem französischen Herrscher betriebene Kunstpolitik. Unter den rund 230 Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Dokumenten ragen die aus eigener Sammlung stammenden 50 Karikaturen heraus. Sie unterlaufen das von Napoleon durch eine umfangreiche Bildpropaganda selbst geschaffene Heldenimage.

Die Ausstellung wurde zusammen mit Keyworkern http://www.duesseldorf.de/stadtmuseum/keyworker/index.shtml und unter Beteiligung von Künstlerinnen und Künstlern des Malkastens erarbeitet. Zur Ausstellung finden vielfältige Veranstaltungen wie Vorträge, Führungen und Lesungen statt. Das neue Monatsprogramm ist ab heute im Stadtmuseum kostenlos erhältlich.


Eingangsbereich des Stadtmuseums, September 2011.

Donnerstag, 11. August 2011

14. August 1288: Düsseldorf wird Stadt

Am 14. August 1288 wurde Düsseldorf von Graf Adolf von Berg zur Stadt erhoben. Die Verleihung der Stadtrechte ist als direkte Konsequenz aus dem Ausgang der Schlacht von Worringen zu sehen. Im Verlauf dieser kriegerischen Auseinandersetzung wurden die Verbündeten um den Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg am 5. Juni 1288 vernichtend geschlagen. Graf Adolf von Berg ging auf der Seite der Sieger um Herzog Johann I. von Brabant gestärkt aus dem Höhepunkt der Auseinandersetzungen im Limburger Erbfolgestreit hervor.

Graf Adolf versuchte, die Gunst der Stunde zu einer dauernden Ausweitung seiner Machtposition zu nutzen. Düsseldorf gehörte zum Herrschaftsgebiet der Grafen von Berg. Mit der Befestigung der bereits bestehenden Siedlung an der Düssel (Erstnennung um 1150) ging die militärische Sicherung der Grafschaft einher. Dies wird ein Grund der Stadterhebung Düsseldorfs gewesen sein. Für Düsseldorf sprachen weiterhin seine hochwassergeschützte und verkehrsgünstige Lage am Rhein und die Distanz zum konkurrierenden Köln.

Die mit der Stadterhebung verbundenen Privilegien wie die Ausübung des Marktrechtes waren von zentraler Bedeutung für Düsseldorf. Die Stadt war überwiegend agrarisch geprägt, städtische Strukturen entwickelten sich allerdings allmählich. Das erste Stadtsiegel Düsseldorfs zeigt die kleine romanische Kirche, die bereits bei der Stadterhebung bestand.

Es handelt sich um den Vorläuferbau der späteren Stiftskirche von St. Lambertus. Das Siegel selbst ist erstmals an einer Urkunde des Jahres 1303 bezeugt. Zu diesem Zeitpunkt hatte Düsseldorf vermutlich zwischen 300 und 400 Einwohnern. 1288 bestand Düsseldorf aus zwei Straßenzügen: „Altestadt“ und „Krämerstraße“.

Der Landesherr besaß mit dem "Löwenhaus" ein befestigtes Gebäude an der späteren Liefergasse.

Die von Graf Adolf und seiner Gemahlin Elisabeth von Geldern am 14. August 1288 ausgestellte Urkunde ist seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert verschollen. Wachsabdrücke von Siegeln des Grafen Adolf und Elisabeth von Geldern sind im Stadtmuseum Landeshauptstadt Düsseldorf (http://www.duesseldorf.de/stadtmuseum/) ausgestellt.

In der Düsseldorfer Altstadt erinnert heute das Stadterhebungsmonument an die Ereignisse des Jahres 1288. Das Denkmal wurde vom Künstler Bert Gerresheim zur 700 Jahrfeier der Stadt (1988) geschaffen. Es zeigt Szenen aus der Schlacht von Worringen und die für Düsseldorf wichtigen Ereignisse zur Stadterhebung.

Weiterführende links:

Donnerstag, 28. Juli 2011

Zur Geschichte des Museums

Das Stadtmuseum wurde am 5. Mai 1874 als Historisches Museum durch die Stadtverordnetenversammlung gegründet und war bislang an verschiedenen Stätten in Düsseldorf untergebracht.

In der Zeit von 1879 bis 1902 nahm Prinz Friedrich Wilhelm Georg Ernst von Preußen, Protektor des Historischen Museums, Einfluss auf Standort, Sammlung und Präsentation. Durch seine Schenkungen und sein Vermächtnis konnten die Sammlungsgebiete erweitert und eine Porträtsammlung ausgebaut werden. 1928 wurde das Historische Museum mit dem Stadtarchiv zusammengelegt und in der damaligen Landes- und Stadtbibliothek am Grabbeplatz untergebracht. Bis 1930 entstanden die Abteilungen „Theatergeschichte“, „Düsseldorf als Garnisonsstadt“, „Düsseldorfer Karneval“, „Düsseldorf und seine Schifffahrt“. 1933 erhielt das Historische Museum den Namen „Stadtmuseum“. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude des Stadtmuseums zerstört, der Kern der Sammlung blieb aber durch Auslagerungen erhalten. 1948 zog das Museum in das Obergeschoss im Ehrenhof 2 (heute NRW-Forum: http://www.nrw-forum.de). 1955 erfolgte dann der Umzug in das Schloss Jägerhof. Ab 1958 übernahm Meta Patas, Direktorin des Kunstmuseums, die kommissarische Leitung. Die Personalunion mit dem Kunstmuseum endete 1963. Mit Meta Patas als Direktorin zog das Museum in das ehemalige Palais Spee (1. Bauabschnitt) und wurde in „Stadtgeschichtliches Museum“ umbenannt. 1977 wurde der Westflügel im Palais Spee (2. Bauabschnitt) erweitert. Direktor Wieland Koenig (1979–2002) forcierte den Aufbau der Sammlung zur Kunst im Widerstand und der Zeit des Nationalsozialismus. 1980 erfolgte die Umbenennung in „Stadtmuseum“. Am 2. Juni 1991 – wurde das Stadtmuseum nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus von Prof. Niklaus Fritschi (3. Bauabschnitt) wieder eröffnet.

Eingangsbereich im Juli 2011.
Am 2. September 2003 übernahm Susanne Anna die Leitung des Hauses. Nach einer neunmonatigen Schließung wurde die Neukonzeption der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 12. Februar 2006 erfolgte die Wiedereröffnung des Palais Spee.

Eine chronologische Aufstellung der Geschichte des Museums ist hier zu finden:
  • http://www.duesseldorf.de/stadtmuseum/sammlung/01/004/index.shtml