Freitag, 31. Januar 2014

Fortuna : Ligajahre

31. Januar – 15. Juni 2014



Anhand zahlreicher Exponate präsentiert die Ausstellung exemplarische Momente aus der Vereinsgeschichte. So liegen die Wurzeln der Fortuna nicht im Fußball sondern beim „Turnverein Flingern“, dessen aufwendig verarbeitete Fahne aus dem Gründungsjahr 1895 ebenfalls in der Ausstellung zu sehen ist. Erst ab 1908 gibt es mit dem „Düsseldorfer Fußballclub Spielverein“ den ersten offiziellen Fußballverein in Flingern, der aber zunächst keinem Spielverband beitritt. 1911 wird dann der Fußballclub „Fußballclub Alemannia 1911“ gegründet, der 1912 in „ Fußballclub Fortuna 1911“ unbenannt wird und sich unter Beibehaltung des Namens Mitte 1913 mit dem „Düsseldorfer Fußballclub Spielverein“ zusammenschließt. Zur Saison 1913/1914 nimmt der „Fußballclub Fortuna 1911“ zum ersten Mal am Spielbetrieb des Westdeutschen Spielverbands teil. Die Trikots sind -in den Vereinsfarben- rot-weiß, wie man sie auch heute noch kennt. 

Es gelingt dem Club, sich nach oben zu spielen: erst eine führende Position in Düsseldorf, dann in der Region und schließlich im Land. Der Fußball, noch aus grobem naturfarbenen Leder gemacht, mit dem 1933 die Deutsche Meisterschaft gewonnen wird, ist sicherlich eines der Highlights der Ausstellung. Aber auch die nächste Zeit ist von weiteren sportlichen Höhepunkten wie der Vizemeisterschaft 1936 und die Finalteilnahme am DFB-Pokal 1937 geprägt. Zu den bekanntesten Nationalspielern dieser Zeit gehört Paul Janes mit 71 Einsätzen. Die Kehrseite der Medaille, die Verfolgung durch die Nationalsozialisten, betrifft Funktionäre:1945 stirbt z.B. Dr. Waldemar Spier, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde und Leiter der Fußballabteilung von Fortuna, in Auschwitz an den Folgen der Lager- und Haftbedingungen. Im Rahmen der Ausstellung konnten Recherchen allerdings auch belegen, dass ein Spieler wie Paul Janes keinerlei Auffälligkeiten in jener Zeit aufwies und im anschließenden Entnazifizierungsverfahren als tadellos eingestuft wurde. 

Nach dem 2. Weltkrieg spielt man in den sog. „Kalorienspielen“ um das, was in dieser Zeit besonders kostbar war: Nahrungsmittel. 1957, 1958 und 1962 stehen die Fortunen abermals im DFB-Pokalfinale. Die Titelseite der Fußballzeitung „Westdeutsche Sonder Vorschau“ aus dem Jahre 1962, die ebenfalls in der Ausstellung präsentiert wird, zeugt vom Erfolg der Mannschaft. Zum Sieg in den Finalspielen reicht es jedoch nicht. 

Trotzdem hält Fortuna bis heute den Rekord der längsten Siegesserie im DFB-Pokal zwischen dem 4. August 1978 und dem 28. Februar 1981 mit 18 gewonnenen Partien. Wie stolz die Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger auf ihre Mannschaft sind, demonstriert eine Fotografie, die während der Feier des gewonnenen DFB-Pokalendspiel 1979 vor dem Rathaus aufgenommen wurde. 

Dennoch bleibt die Geschichte des Fußballvereins Fortuna Düsseldorf geprägt vom Wechselspiel des Auf- und Abstiegs. Erst mit Trainer Heinz Lucas gelingt wieder die Rückkehr in die Bundesliga und die Qualifizierung für einen europäischen Wettbewerb. Fortuna bleibt bis 1987 in der Bundesliga. 1993 folgt dann erstmalig der Absturz in die Drittklassigkeit. 
1995, zum 100-jährigen Jubiläum des Gründungsjahres des „Turnverein Flingern“, gelingt den Rot-Weißen die Rückkehr in die 1. Liga. 
Sieben Jahre später ist dann das dunkelste Kapitel der Vereinsgeschichte erreicht: Fortuna rutscht 2002 in die 4. Liga ab. Nach einem Jahrzehnt gelingt es 2012, nach nervenaufreibenden Relegations-Spielen gegen Hertha BSC Berlin zurück in die Bundesliga aufzusteigen. Heute ist der Verein auch finanziell wieder gesundet und verzeichnet mit über 23.000 Mitgliedern eine Bestmarke. 

Die Ausstellung läuft unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dirk Elbers. 
Kooperationspartner ist der Düsseldorfer Turn- und Sportverein Fortuna 1895 e.V. 

Kuratorenteam der Ausstellung: Dr. Susanne Anna, Direktorin, Tom Koster, Pressesprecher Fortuna Düsseldorf und Marco Langer, Archivar Fortuna Düsseldorf 

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